Wie, du auf ner Kuh?! Juli 25, 2007
Posted by Mareike in Indien, Kultur.add a comment
Die Überschrift spiegelt eigentlich sehr gut das wieder, was uns direkt in den Sinn kommt wenn wir ‘Indien’ hören (danke Jenny für diesen spontanen Ausspruch der mich herzlich hat lachen lassen ^^). Heilige Kühe. Witwenverbrennungen. Sharukh Khan und seine lustigen Tänze vor Alpenkulissen. Taj Mahal. Mahatma Ghandi und: Entwicklungsland oder war es doch Schwellenland… zweite Welt, dritte Welt? Eine Welt?! Die meisten meiner Freunde, Bekannten oder Familienmitglieder waren erstmal geschockt (man konnte so richtig die Veränderung im Gesichtsausdruck sehen, erst positiv und gratulierend wegem dem Stipendium, dann ein plötzlicher ’shift’ – wie vor den Kopf geschlagen trifft es vielleicht noch am Besten), als ich ihnen von dem Stipendium in Indien erzählt habe. Weil es ja Indien ist. Das Land der Ranjids und Computerspezialisten (Kaya Yanars Ranjid: „Alle Inder können das!“ XD ) Oh, und dieser Kaschmirkonflikt. Viele Begriffe, viele Mythen. Viel Vielschichtigkeit. Viel Vielfalt ( es lebe die Alliteration XD). Achja, ich bin keine Öko-Esoterik-Anhängerin die ins nächste Ashram zwecks spiritueller Erleuchtung pilgert, oder Abenteuerreisende (jede Reise ist ein Abenteuer, ich meine damit nur, dass ich keine speziellen Kicks oder so suche), aber ich bin neugierig. Deshalb habe ich mich für das Stipendium beworben (und es dank meinem „unverschämten Mareike-glück“ (Andrea!!!), auch bekommen). Und jetzt, in weniger als einer Woche, wird es ernst. Meinen Eltern hatte ich nur erzählt, dass ich mich für ein Stipendium im englischsprachigen Raum beworben habe, von dem aber noch nicht feststand, wohin es genau gehen sollte. Ich habe das gemacht, damit sie die ganze Sache nicht von Anfang an boykottieren (außerdem stand die Bewerbung als eine Art persönliches Projekt fest), aber meinen großen Bruder („…du gehst ja nicht in den Kongo“ auf unsere Diskussion über Indien als „sicheres“ Land hin) und ein paar Freunde habe ich eingeweiht. Nach meinem Bewerbungsgespräch habe ich es dann auch nicht weiter vor meinen Eltern geheimhalten können, denn wer lügt schon gerne seine Eltern an?! Ich fragte meine Mam, welches Land für sie das Schlimmste sei, zuerst wollte sie nicht raten, hat aber dann – wahrscheinlich schon böses ahnend – Indien gesagt. Danach war sie erstmal geschockt. Mein Papa übrigens auch, der mich fragte, warum es denn ausgerechnet Indien sein müsse und schon mit Sanktionen drohte (wie Papas eben so sind). Einen Tag später hatten sie sich dann beruhigt, wir haben viel darüber gesprochen und natürlich unterstützen mich meine Eltern in jeder Hinsicht. Meine Großeltern waren auch geschockt, meine Oma macht sich sowieso vor Angst verrückt, seitdem ich weggezogen bin, und das tut mir wirklich leid – aber sie machen sich sowieso verrückt, egal wo ich bin, es sei denn im heimatlichen Dorf („hättest du doch eine Ausbildung in der Nähe gemacht!“; das galt aber schon vor dem Studium XD).Zwischenprüfung habe ich übrigens nun komplett bestanden, und das lässt mich auch beruhigter verreisen. Gestern waren wir nochmal einen Dürüm im Ararat essen und haben Cocktails (Pina Colada und Ipanema, yummy yum!) genossen, zur Feier des Tages habe ich natürlich einen ausgegeben (jaja, das werden alles Karmapaybackpunkte ^^)Heute bin ich nach Hause gekommen und bin nicht die einzige, die Abschied nimmt. Aber das ist wieder ein anderes Thema, denn das ist eine Reise ohne Wiederkehr, aber auf jeden Fall eine Erlösung.
Westliche Frauen in Indien Juli 24, 2007
Posted by Mareike in Kultur.2 comments
Auf eine Forendiskussion:
Ich kenne hier in Deutschland ein paar Inder, und habe – wie mit Deutschen auch – gutes und schlechtes erlebt. Leider habe ich kaum indische Frauen kennengelernt, nur einmal, als sie mich auf einer Feier interessiert auf meine Cornrows ansprachen
Aber indische Männer sind teilweise schon echt seltsam, was die so für Vorstellungen haben, wie ja bereits hier im Thread besprochen (James Bond und seine Frauen… der kann ja auch alle haben, als ein Beispiel für das indische Klischee der westlichen Welt). Ich denke, man muss einfach aufpassen; zum Beispiel habe ich hier mal ein Projekt für die Uni gehabt und suchte Muttersprachler, da hat sich auf meinem Aushang im Wohnheim auch ein Inder gemeldet. Gut, habe ich ihn auch auf Band aufgenommen, Indian English ist ja schon was feines
Habe nicht viel mit ihm geredet, weil dem irgendwie die Worte fehlten, warum auch immer, aber ich habe mich natürlich bei ihm bedankt und gut war es. Dann hat er mir aber eine E-mail geschrieben und gefragt, ob ich ihm die Stadt zeigen könne, weil er ja niemanden hätte etc. – ich bin misstraurisch bei solchen Äußerungen, und habe ihn mal auf orkut (so ein Kontaktnetzwerk, sehr populär außerhalb Deutschlands) gesucht und siehe da – da steht das Jüngelchen vor den ganzen Sehenswürdigkeiten, stolz im Fotoalbum präsentiert. Eine Lüge also, wie bereits vermutet, und ich hasse Unehrlichkeit. Das war auch nicht der erste Fall von indischer Märchenstunde. Deutsche ziehen das vielleicht genauso ab, aber Inder sind vllt. noch eine Spur dreißter und skrupelloser um zum Ziel zu gelangen.
Hier auf der Straße sieht man auch öfter indische Rudel, die ich immer mit großem Interesse beobachte. Letzens habe ich zwei Männer und eine Frau gesehen, die beiden Kerle gingen voran und unterhielten sich angeregt, während die Frau etwa ein bis zwei Meter hinterhertrottete. Was soll mir das sagen? Frau nix zu geigen gehabt, oder einfach nur ein Zufall?
Zweite Situaltion: ich stehe an der Ampel und warte- auf der anderen Straßenseite ist ein Inder, der wild gestikuliert. Ich drehe mich kurz um, und sehe eine Inderin herankommen. Anscheindend gehörten die beiden zusammen. Was macht der Mann? Er läuft weiter, aber anstatt mal zu warten, fuchtelt er weiter rum, dass die Frau doch mal pronto machen sollte.
Was auch noch sehr interessant ist: hier bei uns treibt sich ein indischer Typ herum, der in der Fußgängerzone Mädels nach dem nächsten griechischen Restaurant fragt und ob sie ihm dem Weg zeigen könnten, natürlich schön mit Sonnenbrille und dem berühmten Herunterschieben dieser. Ist das bekloppt oder was?
Einmal habe ich mich auf einer Feier mit einem Inder unterhalten, z.B. was er studiert, und ihn nach ein paar Brocken Telugu gefragt, die er sogar aufgeschrieben hat. Ich habe ihn dann mal auf Jux auf deutsch nach seinem Alter gefragt, und da war er schon ziemlich pikiert weil er nichts verstanden hat (obwohl er seit 18 Monaten in Deutschland lebt und auch einen Kurs besucht). Aber ich denke, einige deutsche Männer hatten evtl. auch so reagiert, aber bei diesem Exemplar fiel es besonders auf, eine gewisse Humorlosigkeit ^^
Was das Thema Kleidung in Indien anbelangt: ich werde da nachts ankommen und habe natürlich die ersten Tage keinen Salwar oder Sari (der ja doch schon sehr traditionell ist, oder? Ist das nicht etwas „too much“ für den Alltag dort?) parat, weshalb ich wohl oder übel meine Kleidung tragen werde. Klar laufe ich da nicht in Shorts oder mit Ausschnitt herum, aber wie sieht es denn mit körperbetonten Jeans und T-Shirt aus? Ich denke an der Uni wird es kein Problem darstellen, aber vllt. wenn ich mal in die Stadt möchte.
Trotzdem freue ich mich auf den Aufenthalt, ich hoffe doch schwer, dass es auch in Indien noch „normale“ Leute bzw. Männer gibt, die nicht total schwanzgesteuert sind!









