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23. Oktober 2007 Oktober 23, 2007

Posted by Mareike in Hyderabad, Indien.
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Also, am Donnerstag waren wir nicht beim Karaoke, sondern fein essen, und wohin geht man dann in Hyderabad? Nach Banjara Hills, der „bessere“ Stadtteil (gegen Tarnaka kommt eh nichts anderes an XD). Wir waren im Exotica, einem Restaurant auf dem Dach von einem kleineren Einkaufszentrum, es war richtig schön luftig, weil man ja fast unter freiem Himmel sitzt und einen guten Blick über die Stadt hat, das Essen war auch sehr lecker und vor allem die Pina Colada… yamm… ein Traum, allerdings für 350 Rupien ^^ Anschließend waren wir noch in einer kleinen Disco im Untergeschoss; indische Discos schließen meistens gegen eins (und Restaurants noch früher) und man sieht größtenteils Männer, die auf elektronischer Musik tanzen; natürlich treibt sich da größtenteils die upper class herum, und dementsprechend wird dort auch rumgeprollt; die Musik war auch viel zu laut und untanzbar, ich war froh als wir nach einer halben Stunde wieder raus waren, aber das letzte Lied war gut, nämlich die eine Clubversion von „Hare Krishna, Hare Ram“ ^^

Am Samstag haben wir unseren ersten Film auf Malayalam (Classmates) gesehen (diese Sprache wird in Kerala gesprochen); wieder ein echter Schinken von fast drei Stunden, es ging um ein Klassentreffen; war eigentlich ganz interessant, vor allem weil Hyderabad auch darin vorkam, hehe… eine Muslimin am College wurde von ihrem Vater zurück nach Hyderabad geschickt, in eine Nervenklinik, weil sie eine Beziehung mit einem Hindu hatte, in der Klinik wurde sie dann mit Stromschlägen gefoltert (ja, Dramatik muss sein); nachher ist dann aber alles wieder mehr oder weniger gut geworden. Unsere Mallus (die im Rudel vertreten waren, ist ja klar wenn ein Film in ihrer Landessprache gezeigt wird) hatten jedenfalls ihren Spaß und haben bei bestimmten Szenen geklatscht und gepfiffen (jaja, das ist nicht so wie in deutschen Kinos, hier tolerieren die Dozenten auch alle möglichen Handyklingeltöne),

Am Sonntag waren wir wieder im Kino, diesmal aber im IMAX (in Indien gibt es insgesamt nur drei solcher Kinos, und die Vorstellung hat 190 Rupien gekostet), um uns mit ein paar Kommilitonen und Satish Transformers anzusehen; der Film war okay, actionlastige Hollywoodunterhaltung eben, vor allem auf dieser riesigen Leinwand, auch wenn es teilweise ganz schön anstrengend war, wegen der ganzen Effekte; und es war unheimlich kalt wegen der Klimaanlage, werde mir in Zukunft immer einen Schal mitnehmen (mir ist es immer noch ein Rätsel, wie die Inder das aushalten). Im Einkaufszentrum (Prasads) waren ziemlich verrückte Inder, uns haben fünf Jungs eklige, markenverseuchte Angeberinder angesprochen, die sich wie die letzten Deppen benommen haben und uns fotografieren wollten; das sind dann die Mutanten der upper class; ansonsten habe ich ja nix dagegen ein Bild von mir machen zu lassen, auch wenn ich das reichlich merkwürdig finde, aber es kommt eben auf die Art und Weise an. Interessanterweise haben die Inder sich vor dem großen Harry Potter Werbeplakat fotografieren lassen, auf diese Idee würden wir gar nicht kommen ;) Anschließend waren wir noch mit am Lake Hussain (sehr schön bei Nacht, aber leider ist der See auch sehr vermüllt), wir sind am Lumbinipark vorbeigekommen, was auch wieder ein seltsames Gefühl war, weil hier dort ja auch eine Bombe gezündet wurde. Am Ufer saßen auch viele Inder und haben teilweise gepicknickt etc., aber man kann das nicht mit den Elbwiesen im Sommer vergleichen, dort finde ich die Stimmung immer noch am lockersten; man hat seine Ruhe, während sich in Hyderabad die Menschen auf kleinen Rasenstücken „drängen“, die direkt an der Straße verlaufen. Abendessen gab es dann im China Bowl, einem chinesischen Restaurant, ich habe Bambusreis gegessen, leeecker. Was das indische Essen angeht, haben wir ein gutes Restaurant gefunden, die auch Essen ausliefern und vernünftige Preise und Portionen haben. Das Restaurant heißt Sri Abhinav, und wir haben dort schon öfter bestellt; telefonische Bestellungen sind immer ein Spaß, vor allem wenn Hindi und Englisch gemischt werden (ek heißt eins auf Hindi, aber egg heißt Ei auf Englisch, klingt aber mehr oder weniger wie ek ^^); letztens haben sie ein Gericht vergessen, aber der Lieferant war sehr ehrlich und ist zurückgekommen als ihm der Fehler aufgefallen ist. Aber zurück zu unserem chinesischen Abendessen, auf dem Rückweg sind wir mit einer durchgeknallten Rikschah gefahren, die mit überall Blütengirlanden behangen und vorne auf beiden Seiten mit großen Maishalmen geschmückt war (wegen dem Fest Dusara, dort wird Ramas Sieg über einen Dämon auf Sri Lanka gefeiert, aber für die Bengalen ist das eine Art Neujahrsfest… glaube ich ^^); jedenfalls waren die beiden Rikschahkerle echt in Ordnung, wir haben dann ein Bild von der Rikschah gemacht, natürlich haben wir vorher gefragt und ich habe dem Fahrer auf Hindi ein Kompliment wegen dem schönen Schmuck gemacht, das er auch verstanden und mit dem so typischen „accha“ (das kann gut, wirklich, etc. bedeuten, also universal einsetzbar ^^) beantwortet hat hihi.

Gestern habe ich mir zwei silberne Fußkettchen (mit jeweils drei Glöckchen daran) für 500 Rupien bei unserem kleinen Juwelier um die Ecke gekauft; die Kettchen wurden abgewogen, wegen dem Silber; es gibt unheimlich schönen Schmuck in Indien, ich muss mir unbedingt noch Nasenstecker mitnehmen; unsere Nachbarin Lalita (eine ältere Frau um die 50 oder 60) hat auch einen Nasenstecker (wie viele indische Frauen), den hat sie mit 13 Jahren bekommen, gestochen natürlich, und nachher mit verschiedenen Ölen (Ayurveda) nachbehandelt; heutzutage sollen die Löcher aber geschossen werden, und das beim Juwelier oder im beauty parlor. Wenn ich mir so eine eklige Pistole vorstelle, die evtl. noch von unsachkundigem Personal bedient wird, ist mir das „professionelle“ Stechen lieber, aber das mache ich lieber erst wieder in Deutschland. Lalita hat auch erzählt, dass der Stecker am rechten Nasenflügel Brahmane bedeutet (sie ist auch eine Brahmanin, und ihr Mann natürlich auch), aber heutzutage hat das keine große Relevanz mehr. Sie hat mir hausgemachte Gheesüßigkeiten mitgegeben, und ich habe mich noch eine Weile mit ihr und ihrem Mann unterhalten, unter anderem haben sie mir ihren Pujaschrein gezeigt und die verschiedenen Götter und Geschichten dazu. Ihre Wohnung ist ausgesprochen sauber und aufgeräumt, und Lalita ist sehr sympathisch, leider essen sie keine Eier und auch kein Fleisch, sonst hätten wir ihnen mal eine Tortilla runtergebracht. Zwiebeln und Knoblauch ist auch größtenteils nicht mehr drin, weil das angeblich ab einem gewissen Alter nicht mehr gegessen werden soll, weil es sexuelle Triebe weckt/unterstützt. Jaja, die Inder und ihre Essgewohnheiten; hier glaubt man auch, dass bestimmte Früchte etc, kühlen oder wärmen wenn man sie ist, Banane soll glaube ich kühlen, allerdings konnte ich noch nichts dergleichen feststellen. Lalita und ihr Mann waren aber überaus interessiert, was wir denn so essen, ob Martin auch kocht und putzt und wie das Wetter in Deutschland ist; außerdem wollte sie ein deutsches Wort wissen, Guten Morgen haben sie schon sehr gut ausgesprochen XD Sie kommen beide aus Tamil Nadu, von der südlichsten Spitze Indiens aus einer kleinen Küstenstadt mit dem Namen Kanyakumari oder so, und sie hat darauf beharrt, dass man dort sehr außergewöhnliche Sonnenunter- und aufgänge sehen kann. Vielleicht kann ich mich davon irgendwann im Dezember, wenn wir Semesterferien haben, überzeugen.

Dann habe ich mir für Halloween einen fetten Kürbis geholt, ich hoffe er hält sich noch bis zum 31. Oktober. Der Kürbis ist nicht so ein traditionell roter, sondern er ist eher hell; aber fürs Ausschneiden wird man ihn wohl gebrauchen können, freue mich schon darauf an der Nacht zu Allerheiligen unsere Wohnung/Balkon etc. zu schmücken.

Heute haben Martin und ich noch mal den kleinen Welpen gesehen, der mir im academic building auf dem Weg zu Spanisch einmal begegnet ist; er war sehr fröhlich, und kam schwanzwedelnd auf uns zu, zum Glück ist er uns aber nicht gefolgt. Ich denke die Uni ist für ihn am Sichersten; er sah auf jeden Fall gut aus.

18. Oktober Oktober 18, 2007

Posted by Mareike in CIEFL, Hyderabad, Indien.
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Namaste, für mich hat heute das Wochenende begonnen XD Ich habe ja ein bißchen Gewissensbisse, dass ich nur drei Veranstaltungen in der Woche habe, nämlich Writing for Television (zwei Mal wöchentlich jeweils zwei Stunden) und Contemporary India (einmal wöchentlich, zwei Stunden) bei Satish, und dann meinen Spanischkurs (drei Mal die Woche zu je zwei Stunden). Eigentlich hatte ich ja noch Postcolonialism bei Mahasweeta, aber drei Stunden Unterricht, der meistens nur aus Vorträgen von Studenten (abgelesene Texte!), bei laufenden Ventilatoren, besteht, habe ich aufgegeben, die Zeit nutze ich dann lieber sinnvoller. Es ist schade, dass wir nicht mehr auf dem Campus leben können, im nachhinein betrachtet, war es einfacher und komfortabler; aber leider gab es keine Unterbringung im Hostel; das Women’s Hostel hat nur zwei Etagen und ist nicht sehr groß, das Men’s Hostel hat zwar auch nur zwei Etagen, ist dafür aber größer angelegt (und auch ziemlich widerlich, bei den Mädels ist es eher gemütlich und auch sauberer); ein neues Hostel, diesmal nicht nach Geschlechtern getrennt, ist im Bau. Den heutigen Tag werde ich mit Spanisch und Hindi (ich und der Oblique Case ^^) verbringen, sowie den letzten Band Harry Potter, den mir Nikhil freundlicherweise geliehen hat, endlich auslesen. Weil dann mein Lesestoff bald zu Ende geht, habe ich mir aus unserer tollen Ramesh Mohan Bibliothek ^^ das Buch In an Ancient Land von Amitav Gosh ausgeliehen, leider war es das einzige Buch neben dem Calcutta Chromosome, das sie von Gosh da hatten. Ich habe die alte Ausgabe von Hindi jetzt schon dreimal verlängert, und es ging ohne Probleme! Ich führe es ja auf das Buch zurück, letztens hat mich ein Mitarbeiter gefragt, ob ich Hindi spreche, da schwebte ich ja für fünf Sekunden im siebten Himmel, bis mir das Wort für „ein bisschen“ nicht mehr einfiel und ich leider auf Englisch antworten musste ^^. Heute abend gehen wir zum Karaoke ins 10 Downing Street, ein Pub im Lifestyle; eigentlich habe ich nicht viel Lust (aber heute feiert Leslie, eine Französin, ihren Abschied), denn als ich letzte Woche das erste Mal da war, entschied ich mich, dass man das nur alle drei Monate mal aushalten kann XD Die Musik ist VIEL zu laut, laute Musik heißt leider nicht gute Stimmung; deshalb habe ich fast den ganzen Abend damit verbracht, mich mit Romain, dem Franzosen und meinem Sitznachbar anzuschreien. Sein ungewohnter französischer Akzent kam noch dazu, warum ist Völkerverständigung nur so schwer? Ich hatte aber als Ausgleich eine Pina Colada, die zwar sehr süß, aber lecker war (nicht ganz so süß wie diverse mörderische Monstertorten, die wir schon gegessen habe; bisher hält die Sachertorte aus Bangalore den Rekord auf der Süße- und Fettigkeitsskala ^^), die Musik war auch nicht so das Wahre, größtenteils Midimusik, und alle Lieder sind westlich, kein einziges von indischen Künstlern; schade, auch wenn es nur so was schreckliches wie die Bombay Rockers wäre, die ja mehr oder weniger moderne Musik a la Hindipop produzieren. Wir hatten dann auch unseren großen Auftritt, wir haben Roxanne gesungen (leider kannte ich das Lied nicht, aber bei einer Meute von 15 Leuten fällt das nicht auf); erstaunlicherweise hielten sich aber auch Inder in dem Pub auf, die Mädels im westlichen Outfit und etwas überdreht, der Rest setzte sich aus Geschäftsleuten (?) oder Arbeitskollegen zusammen.  Heute kommt unser Babu aber mit, denn letzte Woche hat er das Haus gehütet weil er sich auf einen Vortag vorbereitet hat. Letzte Woche waren wir noch bei Carlos, dem Columbianer, der mit drei anderen Indern in Begumpet wohnt; die Jungs waren sehr freundlich, wenn auch leicht durchgeknallt; ein Inder hatte blaue Kontaktlinsen an, was schon leicht shocking war XD Er hat dann auch den Rest des Abends auf einer Gitarre herumgeklimpert, begleitet von Jesus. Don Jesus hat sich leicht angetrunken und bekifft, Spanier… kein Benehmen ;) Ich hatte auch ohne Drogen meinen Spaß, wir sind dann gegen zwei mit dem Don nach Hause gefahren und haben zu dieser Uhrzeit auch einen vernünftigen Rikschawallah gefunden, der uns für den normalen Preis (der Preis des Meters plus die Hälfte, das ist der Nachtzuschlag) nach Tarnaka gefahren hat; zu diesen Uhrzeiten sind die Putzis draußen, die bis morgens um sieben die Straße kehren; oder Polizei, die die Papiere der Autos oder Rikschafahrer kontrollieren; zum Glück haben sie sich bisher immer benommen. Mal sehen was uns also heute Abend erwartet ^^