9. Oktober 2007 – Indische (Haushalts)geräte, DER FERNSEHER Teil II und teuflische BNSR Rechnungen Oktober 10, 2007
Posted by Mareike in Hyderabad, Indien.trackback
Seit gestern haben wir einen Fernseher… und seit heute ist er kaputt! Ja, kein Scherz, leider hat es unseren schönen Fernseher aus unerklärlichen Gründen dahingerafft. So richtig kaputt ist er ja nicht, nur das Bild ist sehr unscharf, und der Fernsehspezialist meinte da könne man nichts mehr machen. Das war natürlich sehr ärgerlich, zumal ich mich – Moment gerade war die Post da; und hat unsere Telefonrechnung für September gebracht- jetzt bitte festhalten: 15.000 Rupien! Wir nehmen an, dass das Internet viel verbraucht hat, besonders die Videotelefonate über Skype; 15.000 Rupien sind 300 Euro, also für jeden 100 Euro; SCHLUCK- sicher liegt es am Tarif, den unsere Vermieter gewählt haben; im September haben wir 15 Gigabyte verbraucht. Das Gute an unserem Fernseher ist, dass Mahindra ihn uns nun wirklich abkauft, obwohl das Ding nicht funktioniert; er will dann 500 Rupien im Monat abbezahlen, das wären dann vier Monate bis wir den TV wieder drin haben. Mahindra ist übrigens für das Wasser in der Wohnanlage zuständig und erledigt noch kleinere Nebenarbeiten; er wohnt aber nicht hier in der Anlage sondern reist mit seinem Fahrrad hier an; aber trotzdem ist er wohl ein armer Schlucker, denn ich habe ihn gestern auf einer Matte schlafen sehen (Betten sind hier auch eine Art Luxus, selbst Nikhil zieht es vor, auf einem Futon zu schlafen).
Am Samstag waren wir wieder auf einer Feier von Jesus; auf dem Weg dahin haben wir noch Kelly aus Estland und drei Mädchen aus Lateinamerika getroffen (alles Studenten, die hier Englisch lernen, und deshalb nur für drei Monate bleiben), sowie einen Inder, Raja, der gerade seinen Doktor an der Uni macht. Unsere Franzosenfraktion war auch wieder am Start und wir haben den ersten weiteren Deutschen kennengelernt, Sven, der am Goethe-Zentrum in Hyderabad ein Praktikum macht; Elika ist im Laufe des Abends dann auch noch gekommen, wir wollten erst bei ihr im Hostel übernachten, weil es schon gegen zwei Uhr nachts war und Anja und ich nicht zu Fuß nach Hause laufen wollten; Martin hätte uns ja abgeholt, dann hätten wir zu dritt wieder zurückgehen können, aber es war zusätzlich noch am Regnen; im Hostel angekommen ist dann das nächst Malheur passiert; Anja ist ihr Handy in die Toilette (Bodenklo) gefallen; sie hatte eine Kurta an und vergessen, dass das Handy in ihrer Seitentasche war… sie hat es dann aber herausgefischt, es war natürlich ganz nass und hat deshalb nicht funktioniert; am Sonntag haben wir ein neues Handy für ca. 200 Euro gekauft; am Montag funktionierte das alte, ertränkte Handy wieder, aber das Neue will sie trotzdem nicht abgeben XD
Samstagnacht sind wir dann wieder in fiese indische Parallelwelten eingetaucht; Elika hatte um zwei Uhr nachts noch die Idee etwas essen zu gehen, zwei ihrer Freunde haben uns abgeholt; im fetten schwarzen Benz, mit Ledersitzen! Das Ding stand vorm Hostel, während die „Wächterin“ des Hostels schön gepennt hat; Elikas Freunde sind übrigens Inder, die noch in diversen Discos bzw. Clubs gewesen waren (die Discos machen um ein Uhr zu); wir sind dann los und sind zu den Banjara Hills gefahren, ins Taj Mahal, ein sehr teures Hotel, dessen Restaurant 24 Stunden geöffnet hat; die Preise waren natürlich gesalzen, aber ich habe meinen Tomaten- und Mozzarellasalat bekommen (für 200 Rupien oder so); in dem Ambiente habe ich mich aber nicht besonders wohl gefühlt, aller viel zu teuer; aber im Foyer hatten sie einen riesigen Strauß echter Lilien, und eher europäische Dekoration (in Form von Barockgemälden), dann ganz viel Marmor und alles am Blitzen und Blinken, wow. Unsere beiden Inder waren eigentlich ganz okay, ein anderer Bekannter Elikas hat einen Stromschlag bekommen, als er und sein Freund nachts in ein Schwimmbad „einbrechen“ wollten; das Stromkabel hing unmittelbar über der Mauer über die sie geklettert sind; er hat mit dem Kopf das Kabel berührt, ist dann ohnmächtig geworden und heruntergefallen; sein Freund (einer der beiden Inder, mit denen wir unterwegs waren), hat dann wiederum einen anderen Freund angerufen, der sie aufgelesen hat; Ambulanzen kommen hier meistens nur schlecht durch den Verkehr, siehe Bombenanschläge, wo sie einen bzw. mehrere Busse angehalten haben, die Verletzten darein bugsiert haben und dann mit dem Bus zum Krankenhaus sind. Wer einmal mit einem indischen Bus zur Rushhour gefahren ist, weiß wovon ich rede. Wir kamen dann gegen fünf Uhr nach Hause, auf dem Rückweg haben wir noch bei einem Straßenhändler Tee gekauft; also mit dem Auto vorgefahren und das in drive-in Manier bestellt; das war ganz schön seltsam.
Anja hat diese Woche noch ein Päckchen nach Deutschland verschickt, nämlich eine kleine Ganeshastatue; zuerst wollte sie noch mehr verschicken, was aber nicht möglich war wg. Zoll oder so, sie hat dann mit Lillu das Päckchen verpackt und dann für 1500 (!) Rupien nach Deutschland verschickt; die Statue selber hat nur ca. 300 Rupien gekostet. Alles sehr kompliziert, so wie unserer unglaubliche Telefonrechnung, werden den Tarif jetzt ändern bzw. einen anderen Anbieter mit Flatrate buchen, die soll es schon ab 700 oder 900 Rupien monatlich geben, da blutet das Herz wenn ich an die Rechnung denke! Die Fahrt nach Bangalore kostet hin und zurück 720 Rupien pro Person, wah das ÄRGERT MICH! Wir wussten ja nicht, dass hier 1 MB eine Rupie kostet, was auch zu großen Teilen an unseren bescheuer*en Vermietern liegt. Naja, ich lasse die Dollars morgen tauschen und bezahle davon meinen Anteil. Ich hoffe mein nächster Eintrag besteht aus besseren Erlebnissen in Bangalore; Good night, and good luck aus Hyderabad.










Aaaahhh… hat der Praktikant am Goethe-Zentrum auch einen Blog oder so?? Ich würde ja so gerne mal wissen, was da jetzt so los ist!!! Da bekomme ich gleich Fernweh…
Bangalore ist nochmal was ganz Anderes. Ich fand die Stadt nicht besonders interessant, aber im Vergleich zu Hyderabad immer irgendwie entspannend. Viel Spaß!!