21. November 2007 – Die Hochzeit November 28, 2007
Posted by Mareike in Hyderabad, Indien.add a comment
Wir sind gestern leider wieder aus Goa zurückgekommen; leider, weil es einfach nur schön war. Aber zuerst möchte ich von der Hochzeit berichten, die wir am Tag unserer Abreise besucht haben. Anja und ich haben wieder unsere Saris ausgeführt, bzw. ich den schönen Sari von Lalita. Freundlicherweise wurden wir von Indern aus Martins Yogakurs mitgenommen (im Maruti, den wir mit sechs Personen wieder etwas überladen haben ^^). Die Hochzeit fand gegen Mittag statt, in einer Wedding Hall; das ist eine überdachte Fläche. Ganz vorne ist ein Podest, auf dem die Zeremonie stattfindet: Brahmanen lesen irgendetwas auf Sanskrit vor, das dann über Lautsprecher zu hören ist. Jeder Gast bekommt ein rotes Stirnmal (wir nicht, dafür waren die Mädels die das gemacht haben wohl zu schüchtern ^^) und Frauen bekommen eine Rose fürs Haar (ja, die haben wir auch bekommen). Das Brautpaar hat eine ziemlich passive Rolle, sie hocken auf kleinen Schemeln, einander zugewandt und den Kopf gesenkt, beide haben weiß getragen und der Bräutigam hatte einen Turban an. Um sie herum sitzen Familienangehörige. Wir haben eine ganze Weile vorne gesessen, denn der Rest der Halle ist bestuhlt (es waren etwa 300 Gäste auf der Hochzeit); die Gäste wurden während der Zeremonie mit kleinen Getränken und Snacks bewirtet, und die Band hat zum Singsang der Brahmanen getrommelt. Dann haben sich Braut und Bräutigam Reis über den Kopf geschüttet, und die Braut hat vorher noch eine Kette angelegt bekommen (die tragen alle verheirateten Frauen, ein hässliches Ding, meiner Ansicht nach). Wir durften zum Reisüberschütten sogar auf das Podest, weshalb wir hautnah am Geschehen waren. Vorher wurden wir noch vom Bruder der Bräutigams begrüßt, der auch in Deutschland studiert und dort seinen Doktor macht. Die Zeremonie habe ich als entspannt empfunden, das Brautpaar hatte sogar echten Spaß beim Überschütten mit dem Reis. Danach sind sie auf zwei Stühle gesetzt worden, und es ging an das Überreichen der Geschenke. Wir hatten einen Umschlag mit Geld geschenkt, aber es wurden auch Saris oder Geschirr verschenkt. Um dem Brautpaar zu gratulieren, streut man beiden Reis über den Kopf. Wir durften das sogar zweimal tun, denn die Familie hat noch Bilder von uns und den Brautleuten gemacht, jaja alle wollten sie etwas von den white fortune fairies abhaben XD
Danach ging es ans Büffet, es gab Eis, Früchte, Desserts, Salat sowie indische und chinesische Küche; es wurde am Essen nicht gespart und wir haben versucht alles zu probieren. Interessanterweise hatten wir zwei persönliche Diener, die uns nicht mehr von den Fersen gewichen sind und uns „assistiert“ haben. Wir haben sie zwar mal gefragt, ob sie nicht gehen möchten, aber da meinten sie wir wären spezielle Gäste. Ich denke, sie wurden auf uns angesetzt, eben indische Höflichkeit an die man sich erst wieder gewöhnen muss.
Dann ging es auch schon wieder zurück, nach ca. zwei Stunden Aufenthalt. Auf der Rückfahrt gab es einen kleinen Unfall, nicht größeres, zwei Typen auf einem Motorrad haben unseren Seitenspiegel gestreift als sie eine Rikscha überholt haben und der Platz zwischen Rikscha und Auto hat eben nicht ausgereicht. Sie sind hingefallen und ein Junge hat sich die Hand aufgestreift, und unser Spiegel war zerbrochen. Dann gab es einen kurzen Streit und unserer Fahrer hat dem jungen Mann 100 Rupien gegeben, mit denen er dann abgezogen ist. Dabei hat er noch Glück gehabt, denn beide haben keinen Helm und erst recht keine Schutzkleidung getragen, außerdem haben sie den Unfall durch ihr leichtsinniges Verhalten ja auch verursacht.











