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4. Dezember – 14. Dezember 2007 – Delhi, Jaipur, Agra Dezember 29, 2007

Posted by Mareike in Agra, Delhi, Indien, Jaipur.
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Jetzt zu unserem kleinen Ausflug in den Norden; wir sind am vierten nach Delhi geflogen (der Flug dauert nur zwei Stunden im Vergleich zu 25 Stunden Zugfahrt) und kamen dort nachmittags an, dann haben wir uns ein Prepaidtaxi genommen (das heißt man geht zum Schalter, nennt seinen Zielort, zahlt den Preis und geht dann zum Taxifahrer, den man den Zettel dann vorlegt – so kann man nicht so einfach übers Ohr gehauen werden). Unser Taxifreak war ein junger Mann, der kaum Englisch gesprochen hat, aber irgendwie haben wir ihn nach East of Kailash lotsen können, auch mit viel Hilfe der Einheimischen; ein junger Mann aus der Nachbarschaft ist sogar mit seinem Motorrad vorausgefahren und hat uns so in die Wohnanlage geführt; ein anderer Mann in der Wohnanlage war aber nicht so freundlich und hat auf unser Hupen (um ihn auf uns aufmerksam zu machen) mit einem bissigen „Fuck you!“ geantwortet. ^^

Schließlich kamen wir dann bei unseren Vermietern an, Sonia hat zum Glück noch eine Unterkunft für uns in der Jamia Milia Islamia Univesität gefunden, zu der sie uns dann auch nach einem Tee gefahren hat. Die Zimmer waren in Ordnung (im Vergleich zu den Zimmern, die wir später haben sollten), es war sauber, und wir hatten warmes Wasser – denn in Delhi wird es wirklich unheimlich kalt zu dieser Jahreszeit. Aber an den ersten beiden Tagen hatten wir Glück mit dem Wetter, es war sonnig und kein ekliger, kalter Nebel, den wir an den letzten Tagen in Delhi hatten. Den ersten Abend waren wir in Nizamuddin essen (bestellt niemals Jalzeera, das ist eine eklige Gewürzpampe, die man dann bekommt), einem muslimischen Stadtviertel, im Kalim’s. Das Essen war okay, und wir sind seltsamerweise kaum belästigt worden (Anja und ich haben züchtigerweise auch ein Kopftuch getragen, wie es uns Sonia empfohlen hat); ich habe mir sogar den Koran für ca. einen Euro gekauft ^^

Am zweiten Tag waren wir dann am Connaught Place, der Innenstadt von Delhi – auf der Hinfahrt konnten wir beobachten wie ein Typ aus einem Bus gekotzt hat, denn unsere Rikscha ist haarscharf daran vorbei gefahren. Wir haben dann in dem kleinen Park in der Mitte des Connaught Place gefrühstückt, wo uns ein Ohrputzer seine Dienste angeboten hat XD Er hat uns ein kleines Büchlein gezeigt, dort stand unter anderem auch „I can hear again“ ^^ Er ist dann aber wieder abgezogen, als wir kein weiteres Interesse an seinen Künsten bekundet haben. Danach haben wir uns einen weiteren Birla Tempel angesehen (Birla ist ein Industrieller, der alle möglichen Tempel finanziert hat) und wir haben es sogar zu Fuß gefunden. Dann haben wir Delhis Metro ausprobiert, die Züge sind wirklich voll und auf den Durchsagen wird vor Taschendieben gewarnt; außerdem lassen die Inder die Leute aus dem Zug nicht erst aussteigen, sonder man drängelt sich gegenseitig rein oder raus. Wir kamen dann in Old Delhi heraus, und waren erstmal orientierungslos, denn Old Delhi ist ein ziemliches Nadelöhr; schließlich haben wir aber noch das Red Fort gefunden – zuvor waren wir noch an der Jamma Masjid, Indiens größter Moschee. Leider wollte uns der Assi von Wächter nicht herein lassen, und weil er sich nur in Grunzlauten ausdrücken konnte haben wir auch nicht herausgefunden warum. Am Red Fort wurden wir von zwei Typen belabert, die ich aber auf Hindi verscheucht habe… hach das war lustig, wie deren Klappe langsam herunterklappte und sie mit einem „accha, accha“ abgehauen sind XD Am Roten Fort selbst haben wir sogar den indischen Eintrittspreis bekommen,  weil wir unsere Studentenausweise dabei hatten – und die Wächter im Fort waren auch mehr als erstaunt, unsere indischen Eintrittskarten zu sehen ^^

Am nächsten Tag ging es dann nach Jaipur, via Bus; die Fahrt dauert etwa fünf bis sechs Stunden. Wir sind morgens losgefahren und kamen dann am späten Nachmittag in Jaipur an. Es war sehr interessant über das Land zu fahren, denn indische „Autobahnen“ (national highways) werden von allen möglichen Vehikeln befahren (Busse, Lastwagen, Motorrädern Autos, Kamelkarren und zweimal habe ich sogar Elefanten gesehen), außerdem sieht man sehr gut wie sich das Stadt- bzw. Landschaftsbild langsam ändert; von den Betongerüsten aus Delhis Vorstadt auf das flache Land. Rajasthan ist ja für seine farbenfrohe Kleidung und Turbane bekannt, aber leider verhüllen sich viele Frauen mit ihrer Dupatta wenn sie unterwegs sind; diese Verhüllung nennt sich purdah soweit ich informiert bin und geschieht häufig in traditionellen Regionen. Jaipur an sich hat uns aber überhaupt nicht gefallen; es ist die Hauptstadt des Bundesstaates und sehr schmutzig; mit unserem Gästehaus waren wir auch nicht wirklich zufrieden, obwohl es im Lonely Planet empfohlen wurde. Die räumliche Ausstattung war in Ordnung, aber von indischer Gastfreundlichkeit haben wir nicht allzu viel gespürt. Wir waren dann abends noch unterwegs um etwas zu essen und haben auf der Straße nach dem Weg zu einem Restaurant (dem Four Seasons) gefragt; dann habe ich Anja nur schreiend fluchen hören und sah wie zwei Jungs abgehauen sind; sie hatten Anja mit Pan bespuckt, das ist so eine Art Kautabak (Pan ist sehr speichelanregend und der überschüssige Speichel wird gerne auf die Straße oder in Ecken gerotzt, in Delhi gab es ganze Rotzecken, und das am „noblen“ Connaught Place!). Das war natürlich ätzend, und sie waren zu alt um es als „dummen Jungen Streich“ abzutun. Weil unsere Bemühungen nach dem Weg zu fragen (es gab aber auch sehr hilfsbereite Passanten, die sich bemüht haben uns den Weg zu erklären) fruchtlos waren, haben wir entschieden uns die Altstadt anzusehen. Die kleinen Straßen sind sehr dreckig (überall Müll oder Kuhdung, außerdem schütten die Anwohner ihren Abfall auf die Straße, also wie im Mittelalter) und auf dem sehr weitläufigen Bazaar hat man als Ausländer keine ruhige Minute, weil man andauernd von Verkäufern angeblökt (zum kaufen animiert ;) ) wird. Wir hatten dann auch schnell genug von der Hektik und haben sogar unser Restaurant gefunden, wo wir einen sehr freundlichen Kellner hatten. Auf dem Rückweg sind wir fast von einer Kuh attackiert worden – jedenfalls sah es so aus, weil das Vieh seitlich auf uns zugelaufen kam; dabei wollte es nur auf die andere Straßenseite, aber man weiß ja nie… es sind ja indische Kühe XD

Am nächsten Tag waren wir dann in Fort Amber, das einstmals die Hauptstadt Rajasthan war und über eine entsprechende Befestigungsanlage verfügt. Wir sind mit dem Bus nach Amber gefahren, und konnten alte Männer im weißen Turban beobachten; in Amber haben wir uns dann das Fort angesehen. Der Tümpel vor dem Fort war auch wieder sehr verschmutzt und Schweine haben am Ufer nach Futter gesucht –am Abend sollten wir aber auch Menschen sehen die in der Brühe gefischt oder sich gewaschen haben. Das Fort war sehr angenehm, nicht überlaufen und wir haben viele Lemuren gesehen, die sich gegenseitig über die Mauern gescheucht haben, von denen besonders Anja fasziniert war. Das Fort war teilweise eingerüstet und wir haben zwei Frauen getroffen, die auf der Baustelle gearbeitet haben und sehr herzlich waren. Im Palast haben wir auch den indischen Tarif bekommen und entgegen unserer Vorstellung war die Anlage doch sehr weitläufig. Der Garten war besonders schön aber leider nicht begehbar. Am Abend haben wir dann den Bus zurück nach Jaipur genommen und wir waren wiedermal die Attraktion, weil fast nur Männer darin unterwegs waren und uns Jungs fotografieren wollten, wir waren also ganz froh als wir in Jaipur angekommen sind. Dort sind wir auf dem Bazaar raus und haben erstmal eingekauft. Ich habe mir neue Schuhe für 200 Rupien gekauft, weil meine alten Ballerinas ja abgelaufen waren. Ich habe den Preis von 320 auf 200 gehandelt, ich denke das ist ganz okay und die Schuhe sind auch in Ordnung. Es sind typisch indische Schuhe, übrigens gibt es keinen rechten und linken Schuh, das läuft man sich erst ein. Dann habe ich noch einen Schal gekauft, denn ich von 500 auf 70 (jaja echte Seide ^^) Rupien heruntergehandelt habe; das Handeln hat viel Spaß gemacht, denn der Verkäufer konnte ein bisschen Deutsch sprechen, was uns natürlich überrascht hat. Dann haben wir noch versucht Obst zu bekommen, was sich als nicht einfach erwies; bei den Straßenverkäufern gab es kaum eine Chance Nachlass zu bekommen (also den normalen Preis zu bekommen), obwohl ich mich in Hindi abgemüht habe zu handeln. Ein Händler hat mich als maharani bezeichnet, was „große Königin“ bedeutet XD Natürlich als Rechtfertigung für den hohen Preis ^^ Am Ende haben wir kein Obst bekommen, obwohl wir sicherlich fünf Stände ausprobiert haben. Achja, einen Nasenstecker (ich glaube das heißt tali im Norden, bin mir aber nicht ganz sicher) für 30 Rupien habe ich mir auch noch gekauft, in typischer indischer Parsleyform – einer Mango nachempfunden. Danach wollten wir wieder zu unserem Restaurant, haben uns aber in der Altstadt aber verlaufen und sind in merkwürdige Ecken vorgedrungen – die noch nie ein Tourist zuvor gesehen hat ;) Entsprechend sah es auch dort auch aus; und peinlicherweise haben wir einen Tempeleingang für den Ausgang aus der Altstadt gehalten. Die blöden Rikschafahrer wollten uns auch nur für horrende Preise fahren und aus Not haben wir eine Fahrradrikscha genommen; weil die Sitze nur für zwei Personen reichen, thronte ich auf Martins Schoß; ich muss nicht erwähnen dass uns das äußerst unangenehm war, aber wir haben dem Fahrer sogar geholfen, als es bergauf durch ein Tor ging. Aus Zufall hat er uns sogar zu unserem Restaurant gefahren und wir haben ihm 70 Rupien gegeben, weil er uns so leid getan hat (wir hatten uns eigentlich auf 30 mit ihm geeinigt, aber er war so hutzeldürr und sehr freundlich). Er wollte dann auf uns warten und uns nach Hause fahren aber wir haben höflich abgelehnt weil unsere Unterkunft nur zwei Minuten Fußweg waren. Als wir dann das Restaurant verlassen haben – wer stand dort und wartete auf uns? Unser Fahrer! Er wollte uns sogar kostenlos fahren, aber wenn man Dienste in Anspruch nimmt, sollte man ja auch dafür bezahlen, also haben wir es sein gelassen. Er ist dann noch kurz hinter uns hergefahren, hat es dann aber aufgegeben.

Wir waren am nächsten Morgen ganz froh, weiter nach Agra zu fahren – auch wieder mit dem Bus; an der Bushaltestelle haben wir noch eine Engländerin getroffen, der wir einen kleinen Gefallen getan haben – auf ihr Gepäck aufpassen, während sie auf Toilette war. Ich wundere mich immer noch, wie man in Indien als Frau alleine reisen kann und auch noch Freude daran findet, hier sind nämlich viele Sachen nicht drin wenn man eine Frau ist, denn die indische Gesellschaft ist zu großen Teilen eine Männergesellschaft (ja, es gibt auch viele hilfsbereite Inder, aber genauso viele Flachleuchten). Das vermisse ich ein wenig, dass ich abends/nachts noch alleine rausgehen kann (okay, vielleicht auch nicht in alle Ecken), und die Geschlechter ungezwungener miteinander umgehen.

Die Fahrt nach Agra war auch wieder interessant, hat aber länger als erwartet gedauert, denn die Straße führte durch einige Dörfer und entsprechend schlecht war die Infrastruktur. In Agra selber wollte uns ein Rikschafahrer aus dem Bus locken und Provision kassieren um uns irgendwohin zu fahren – aber haha, nicht mit uns. Irgendwann mussten wir aber aus unserem Bus raus, ohne große Ahnung zu haben, wo wir eigentlich sind – wir wussten nur wo sich unsere Unterkunft befand. Natürlich haben sich wieder Rikschafahrer auf uns gestürzt und wir haben sogar einen Fahrer für 20 Rupien gefunden, was ein sehr guter Preis war – natürlich sind auch hier Hindikenntnisse immer von Vorteil. Also erreichten wir unsere kleine Unterkunft direkt vor den Toren des Taj Mahal; aber es zeigte sich Ernüchterung bei unserem Zimmer, denn die Scheiben fehlten teilweise (zum offenen Innenhof), es würde also sehr kalt werden. Unser Abendessen haben wir auf der Dachterrasse eingenommen, wo es auch sehr kühl war. Um die Kälte anschließend etwas abzuhalten, haben wir uns einen Eimer mit heißem Wasser ins Zimmer gestellt; dann sind wir um fünf Uhr früh aufgestanden und sind auf um das Taj Mahal zu finden – was sich nicht als einfach erwies, denn wir haben den Eingang des Taj verfehlt und sind die Straße weitergegangen, die aber in die Pampa führte. Schließlich haben wir es dann aber doch noch gefunden, und der Inder, den wir auf dem Weg nach dem Taj gefragt haben muss uns wohl für völlig kirre gehalten haben, denn er Eingang war vllt. zehn Meter weit entfernt. Natürlich waren die Leute am Ticketschalter auch nicht bereit uns als indische Studenten Nachlass zu gewähren, aber das hatten wir uns fast schon gedacht. Schließlich fanden wir das Taj Mahal, nachdem wir erst zum Ausgang gelaufen waren – ja, es ist schwer das Taj im morgendlichen Nebel zu finden XD Aber dann tat es sich vor uns auf, ein weißes Grabmal noch so gut wie ungestört von Touristenströmen. Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Taj sehr schön und sehenswert ist, aber der Kölner Dom ist schon eindrucksvoller (mit solchen Äußerungen muss man bei Indern immer etwas vorsichtig sein, sie reagieren dann meist leicht beleidigt, wenn man ihr Nationalbauwerk nicht entsprechend würdigt ^^) – relativ unspektakulär war das Grabmal an sich (im Taj), aber es war angenehm warm dort. Leider fließt hinter dem Taj auch direkt der Yamuna, der ziemlich vermüllt ist, schade für das Taj Mahal. Danach haben wir Agra auch wieder verlassen, und bei Tageslicht sah unser Wohnviertel ziemlich übel aus – vermüllt, fast nur Männer auf der Straße und wir haben einen Jungen beobachtet, der einen Hund grundlos getreten hat.  Auf dem Bahnhof dann haben wir irgendeinen Zug gefunden, der nach Delhi fährt, zuvor mussten wir aber eine Stunde auf dem Bahnhof warten was auch wieder nur krass war; dort waren Bettelkinder ohne Hose und ein verkrüppelter Mann, der wirklich fertig war. Gemeinerweise wurde der bettelnde Mann auch auf die fieseste Art von einem Karrenverkäufer weggescheucht, und zwar verflucht und mit Wasser bespritzt. Das hat mir schon sehr leid getan und ich war hin- und hergerissen, dem armen Kerl etwas zu geben, aber was würde das schon groß nützen? Morgen sitzt er ja wieder dort.

Im Zug dann haben wir uns einfach ein freies Plätzchen gesucht, in der sleeper’s class, mit der wir ja schon vertraut sind. Allerdings haben wir wohl für die zweite Klasse bezahlt, der Schaffner hat uns auch zweimal ermahnt, aber wir konnten nicht mehr in die zweite Klasse umwechseln, denn man kann nicht von Klasse zu Klasse gehen, es sei denn man wechselt die Waggons an einem Bahnhof. Nachher mussten wir aber nicht für das sleeper’s ticket bezahlen, weil der Schaffner nicht mehr kam und unser Sitznachbar, ein Sikh, wohl ein gutes Wort für uns eingelegt hat – der Name des Sikhs war Pippi, was eine Art Spitzname ist. Pippi war ganz freundlich, hat uns aber dann auch wieder nach unserem Familienstand gefragt, während Martin kurz auf Toilette war. Natürlich haben wir alle feste Freunde, oder sind verheiratet, aber Pippi dachte wohl, dass wir uns mit Martin die „Zeit vertreiben“ wie er es ausgedrückt hat, oh man. Aber abgesehen davon hat er sich korrekt verhalten, wollte auch nicht unsere Nummer oder ähnliches.

In Delhi angekommen, haben wir uns nach dem üblichen Prozedere (mit den Rikschafahrern feilschen und ggf. den Dort etwas verlassen, um den Absprachen zu entgehen) zu unserem Gästehaus in Old Delhi tuckern lassen – direkt neben der Jamma Masjid (dort wo die Ziegen nachts Pullover angezogen bekommen)! Das Hotel war aber in Ordnung von der Ausstattung und der Opi an der Rezeption war äußerst putzig; nur den Weckservice für den nächsten Morgen, worum Martin sie gebeten hatte, haben sie vergessen – denn Martin hat Delhi ja eher verlassen, weil er am 13. Dezember nach Japan geflogen ist, um dort seine Freundin zu besuchen. Aber wir hatten zusätzlich ja auch den Wecker gestellt, und er ist wohlbehalten in Hyderabad angekommen. Weil uns Old Delhi aber zu marode und muslimisch war (kein gutes Wohnviertel für zwei kleine, weiße Mädels ^^) sind Anja und ich am Tag darauf zum Connaught Place umgezogen, in eine übelste Absteige, unser Zimmer war genau über so einem kleinen Brutzelrestaurant untergebracht, weshalb es nach Fett stank und in unserem Bad war in Kopfhöhe ein größeres Loch in der Wand, das „Fenster“. Das Wasser wurde auch nicht wirklich warm und wir hatten kleine Kakerlaken im Zimmer; weshalb wir nach einer Nacht zu nächsten Absteige zwei Häuser weiter umgewechselt sind, die etwas besser (keine Kakerlaken, kein Fettgestank) und günstiger war, dafür aber die ganze Nacht Hunde gejault haben. Leider habe ich mir auch eine Darmverstimmung zugezogen, weshalb ich an den beiden letzten Tagen nicht sehr fit war; dabei haben wir nur in guten Restaurants gegessen. Übrigens, meine Empfehlung für ein Cafe in Delhi: das Choko La (steht nicht im Lonely Planet); ist zwar etwas posh (man kann Indiens upper-class wieder ausgiebig beobachten), aber sie haben sehr leckere Sachen dort. Anja und ich haben an den drei Tagen Delhi Tee gekauft, waren am Lotustempel, im Lodi Garden, und in den ganzen Gandhimuseen. Am Connaught Place haben wir einen alten, schwarzen Hund (so eine Art Riesenschnauzer) beobachtet, der immer abwartend vor einem bestimmten Geschäft saß oder auf einem Sack in unmittelbarer Nähe geschlafen hat. Als wir dann am letzten Abend chinesisch Essen waren, und ich aufgrund meiner Darmverstimmung nicht soviel essen konnte, habe ich mir die Nudel einpacken lassen und wollte es eigentlich dem Hund oder einer anderen armen Seele geben. Als wir mit den Leuten vom Geschäft gesprochen haben, haben wir erfahren, dass der Hund Kallu heißt und wir ihm doch Plätzchen kaufen könnten – haben wir aber nicht getan, denn Plätzchen sind kaum ein gutes Futter für Hunde (Nudeln ja eigentlich auch nicht), und so habe ich es sein gelassen. Das Essen haben dann Straßenkinder bekommen, die barfuß herumgesprungen sind, war vielleicht sowieso besser. Abschließend war es eine interessante kleine Reise, aber auch sehr anstrengend, als wir wieder in Hyderabad waren, hat sich ein fetter Herpes am Mundwinkel entwickelt – und weil wir beide angeschlagen waren, haben wir alle anderen Reisepläne für Dezember erstmal auf Eis gelegt, um erstmal ordentlich in Hyderabad auszuspannen.

4. – 14. Dezember 2007 – Delhi, Jaipur, Agra Dezember 25, 2007

Posted by Mareike in Indien.
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