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17. Maerz 2008 – Munnar, Kerala März 17, 2008

Posted by Mareike in Indien.
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Gerade schreibe ich in einem Internetcafe in Munnar, Kerala., denn hier regent es gerade und es tropft sogar ein bisschen durchs Dach. Internetcafes finde ich immer sehr interessant (so selten ich sie bisher besucht habe), denn die meisten sind schlecht gewartet, weshalb sich der Kram verschiedener Benutzer auf dem Desktop angesammelt hat, da freut sich das voyeuristische Herz XD Nur die englische Tastatur ist gewoehungsbeduerftig, und eben hae ich die Bildschirmaufloesung veraendert, die viel zu niedrig eingestellt war. Hier ein kleiner Auszug von dem was man so findet (hihi ^^):

RESPECTED SIR, I CAME TO UNDERSTAND THERE IS A CALL CENTER OPEN AT THE KDHP LTD . MY NAME IS VINODH .M .MY QUALIFICATION IS +2 PASS AND BA (ECONOMICS) .I KNOW ENGLISH ,TAMIL AND MALAYALAM . ISHALL HE OBJECD TO YOU .IF YOU COULD PLEASE GIVE ME A CHANCE FOR YOUR FAVOURABLE ORDER.

THENKINGYOU

Oder auch: Dear Sir, I come to understand that our company has received a proposal to start the rural call center at Munnar. I wish to attend the Presentation/Interactive session and here I enclosed My Resume for the same.

I am very much interested to work in the proposed Rural Call Centre at Munnar. I assure you that if I selected I shall do my work sincerely with the entire satisfaction of my superiors.

So bekommt man schonmal einen kleinen Eindruck was hier aktuell ist (wie zum Beispiel das Call Center fuer das sich die beiden Herren beworben haben). Gerade ist der indische Internetbesizer sehr besorgt um mich, weil er bemerkt hat, dass es ein bisschen tropft, und natuerlich war er auch neugierig was ich hier so treibe (eben habe ich eine Seite mit erotischen Bildern in der History gefunden, hehe; ist ja ueberhaupt nicht verwunderlich, weil hier nur Kerle herumhaengen, aber ich schaetze er traut sowas auch kleinen weissen Maedels zu ;) ). Mittlerweile hat er sich wieder in die Kabine neben mich verkrochen und hoert dort mit einem Kumpel indische Pop-Musik. Es regnet immer noch (ein Grund warum wir morgen nach Kottayam weiter wollen, Munnar ist zwar schoen, aber bei so einem Wetter kann man nur in Internetcafes abhaengen). Bevor es angefangen hat zu regnen, haben Anja und ich eine kleine Wanderung durch die malerische Landschaft mit den endlosen Teeplantagen unternommen. Wir haben noch zwei andere Deutsche, Vater und Tochter, getroffen – ja, die Touristen in Munnar sind freundlich (wie uebrigens auch der Grossteil der Malayalis!), eben ein ganz anderes Klientel als zum Beispiel in Goa. Leider kann ich die Bilder erst naechste Woche ins Internet laden, wenn wir aus Bangalore zurueck sind. Und dann geht es in knapp einer Woche auch schon wieder nach Deutschland, unglaublich wie schnell die acht Monate vergangen sind (okay, im Februar hat es sich etwas gezogen, weil so wenig zu tun war). Eben waren wir in einer echten indischen Fressbude, aehm… Familienrestaurant XD essen; ich schreibe Fressbude, weil es ziemlich eklig aussieht (Plastikstuhlatmosphaere, mit schoenem Blick in die widerliche Kueche – muss das Mal fotografieren. In Worte kann man das Chaos gar nicht fassen) – das Essen ist aber in Ordnung, man isst sogar von Bananenblaettern, und unser Kellner ist sehr freundlich (wir amuesieren ihn immer dadurch, dass wir nach Ithyappam fragen, einem typischem Roti aus Kerala, aber leider wird das nur zum Fruehstueck serviert). Servieren heisst, dass man die Sossen zum Dosa zum Beipsiel aus fetten Eimern mit der Kelle aufs Bananenblatt geschmissen bekommt, hihi. Wir freuen uns immer, wenn wir weisse Reisende beobachten koennen, die solche Szenen vielleicht zum ersten Mal sehen, oder wie schuechtern sie mit den Haenden essen, wenn ueberhaupt. Darf man nicht ein bisschen arrogant werden, bei acht Monaten Indienaufenthalt? ;) Kulinarisch gesehen werde ich das Masala Dosa, das Kadai Paneer und die Rumalli Roti vermissen, aber ich freue mich schon wieder auf Blattsalate. Das Restaurant ist sehr beliebt und hat dementsprechend viele Besucher, was eigentlich ein Zeichen fuer ganz gute Qualitaet ist. Trotzdem habe ich mir in Goa wieder einen leichten Durchfall zugezogen, leider sind wir ja auf Restaurants angewiesen, und da weiss man eben nie was so in den Kuechen abgeht (will ich das ueberhaupt wissen?). Ihhh, erinnere mich gerade an das Rattenrudel, das wir in Ernakulam gesehen haben: die kleinen Tierchen freuen sich natuerlich ueber den Muell, der so auf der Strasse liegt und feiern bei Einbruch der Dunkelheit ein Familienfestmahl. Indien und der Muell, leider noch scheinbar untrennbar verbunden. Es regent immer noch. Letztens habe ich in der Times einen Bericht ueber einen Politiker mit dem klangvollen Namen Adolf Lu Hitler Marak gelesen (habe ich fotografiert, aber bin gerade auf einen Artikel aus der “Zeit” gestossen, bei dem noch mehr schauerliche Namen auftauchen):

Im Parlament von Indiens kleinstem Bundesstaat Meghalaya könnten bald Hitler und Frankenstein sitzen: Zu den durchaus respektablen Kandidaten für die Regionalwahl am 3. März zählen Adolf Lu Hitler-Marak und Frankenstein Momin. „Ich bin kein Diktator“, versichert Hitler-Marak, der sich der schaurigen Vergangenheit seines Namens durchaus bewusst ist. „Meine Eltern wussten garantiert nichts mit dem Namen anzufangen, sie mochten einfach seinen Klang“, erklärt der kahlköpfige Mann mit dem Schnauzbart weiter, der es immerhin schon einmal bis zum Waldminister von Meghalaya gebracht hatte.Die 2,3 Millionen Einwohner des nordöstlichen Bundesstaats, mehrheitlich Christen, sprechen selten Englisch. Trotzdem ist es in Mode, Kindern fremd klingende Namen zu geben, deren Bedeutung aber niemand kennt. So finden sich unter den 331 Bewerbern für die 60 Sitze des Parlaments in Shillong Dutzende, deren Namen dem Englischen entlehnt sind.“Die Bewerber können heißen, wie sie wollen. Solange sie ihre Arbeit gut machen, ist das kein Problem“, sagt Lokaljournalist Geoffrey Kharkongor. Deshalb habe auch Frankenstein Momin gute Chancen, obwohl der frühere Lehrer und Erziehungsminister bei den Wahlen am 3. März ausgerechnet gegen Hilarious (bedeutet auf deutsch: Urkomisch) Pochen antreten muss. (ps/afp)

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Posted by Mareike in Hyderabad, Indien.
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